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 13.10.2008
 
Döbern: Maßnahme hat weiteres Leben mitbestimmt
 
Kürzlich haben sich in Döbern die „Chronistinnen der ersten Stunde“, die zwischen 1991 und 1993 während einer AB-Maßnahme der BQS (Betriebs-, Qualifizierungs- und Strukturfördergesellschaft) Döbern die Geschichte von Orten aus den Ämtern Döbern-Land und dem damals noch bestehenden Amt Hornow-Simmersdorf erforschten und aufschrieben, getroffen.
 

Foto: Angela Hanschke
Nach 15 Jahren hielten sie Rückblick über das einst Erreichte. Gern denkt Karin Schulz (48) aus Klein Kölzig, die damals als Erste dieser Maßnahme die Arbeit aufnahm, zurück. Völlig unbefangen, doch mit großem Engagement ging sie die Aufgabe an. In Preschen, Raden und Gosda II recherchierte die damalige Ingenieurin für Glashüttentechnik. Unmittelbar nach dem Ende der ABM absolvierte sie eine Ausbildung bei der Bundespolizei. „Die Einheimischen haben mich damals sehr herzlich aufgenommen“, erinnert sie sich. Ein Einwohner sei von ihrem Elan so begeistert gewesen, dass er seine Mitbürger aufrief, die Chronistin zu

unterstützen und sogar Gesprächstermine vereinbarte.

Im Februar des Jahres 1992 nahmen weitere Ortschronistinnen ihre Arbeit im Döberner Arbeits-losenzentrum auf, das sich damals in der Forster Straße befand. Elvira Kramer (69) erforschte die Geschichte von Klein und Groß Kölzig, während die Döbernerin Heike Balzer (42) der Geschichte von Tschernitz und Friedrichshain nachspürte.

In Groß Schacksdorf legte Angela Hanschke den Grundstock für Heimatstube und Chronik des Ortes. Anita Lösche (57) verfasste die Chroniken von Jämlitz und Klein Düben. Ihre Kollegin Renate Klebsch arbeitete sich zeitgleich in die Vergangenheit von Mattendorf und Jerischke ein, und Kerstin Krautschig (45) aus Reuthen schrieb die geschichtlichen Ereignisse in ihrem Heimatort und in Klein Loitz auf. Wochenlang blätterte das Sextett im Kreisarchiv Forst alte Jahrgänge der Tageszeitungen durch, recherchierte unter anderem in Potsdam, Dresden, Spremberg, Cottbus sowie in polen in Zary und in Zielona Gora. Als zwei Jahre später in Groß Kölzig, Groß Schacks-dorf und Preschen das jeweils 650. Gründungsjubiläum gefeiert wurde, griffen die Veranstalter auch auf die Arbeit der „Ortschronistinnen auf Zeit“ zurück. „Diese Arbeit hat bei mir großes Interesse für meine Heimatregion geweckt“, sagte Renate Klebsch, die seitdem Material über Jerischke sammelt und derzeit im Pflegebereich tätig ist.

„Unser ganzes Leben wurde durch diese Maßnahme verändert“, bekräftigte auch Elvira Kramer, die inzwischen seit etlichen Jahren in der Arbeitsgruppe der Groß Kölziger Heimatfreunde Ge-schichtsforschung betreibt. Auch Heike Balzer blieb dem Thema „Geschichte“ treu. „Einen ganz anderen Blickwinkel auf die Regionalgeschichte“ habe sie seitdem. Im Jahre 1993 trat sie dem Döberner Heimatverein bei, dessen Vorsitz sie ein Jahr später übernahm.

Angela Hanschke

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