| «Warum
bekommt so ein guter Mitarbeiter nicht die Chance, dauerhaft in
Arbeit zu kommen» , fragte sie. «Jürgen Kanter
hat in kurzer Zeit das Schulgelände und die dazugehörigen
Außenanlagen in ein richtiges Schmuckkästchen verwandelt»
, erklärte die 73-jährige Helga Pruskel. Die Anlieger
könnten täglich die Fortschritte seiner Arbeit bewundern,
ergänze Anwohnerin Carmen Besser (43). Auch der 65-jährige
Wilfried Krüger aus dem Kirchweg bewundert den Fleiß
des Hausmeistergehilfen auf Zeit. Es sei eine Frage der Einstellung
zur Arbeit, meinte er. «Ich habe ihn bisher nur arbeitend
gesehen» , stellte auch die Lehrerin der Mosaikgrundschule
Anita Schreiber aus Spremberg fest. Das Engagement des Döberners
sei einfach vorbildlich. Seine Arbeit suche ers sich selbständig.
«Er müsste eigentlich eine Festanstellung erhalten, das
würde ich ihm wünschen» , meinte sie. Jürgen
Kanter selbst, der nach jahrzehntelanger Arbeit in der Forstwirtschaft
arbeitslos wurde, kann das Aufheben um seine Person nicht verstehen.
«Für mich ist es das größte Lob, wenn sogar
die Schulkinder auf mich zukommen und sich über die Veränderungen
freuen» , meinte er bescheiden. Hier könne er sich beweisen.
«Viele Eltern haben mich bereits angesprochen. Das ist Lob
genug» , sagt er und blickt beim Laubharken kaum von der Arbeit
auf. Doch auch nach seiner Arbeit hat Jürgen Kanter ein Herz
für die Jugend seines Heimatortes.
Seit 31 Jahren ist er in seiner Freizeit ehrenamtlich als Fußball-Übungsleiter
der D-Jugend tätig und achtet seit acht Jahren als Platzwart
auf einen gepflegten Sportplatz. «Immer, wenn ich es einrichten
kann, bin ich nachmittags dort» , so das langjährige
Mitglied des SV Döbern. Und wenn das Training der Zehn- bis
Elf-Jährigen ansteht, ist er bereits eine halbe Stunde vorher
auf dem Platz, um nach dem Rechten zu sehen, hört sich nach
dem Training oft als Kummerkasten geduldig und verständnisvoll
die Sorgen der heranwachsenden Döberner Kicker an. Für
den unermüdlichen Jürgen Kanter hat der SV Döbern
nach Auskunft von Vorstandsmitglied Jürg Rakete beim Landkreis
Spree-Neiße eine Kommunal-Kombilohn-Stelle beantragt. Das
haben auch die Döberner Stadtverordneten einstimmig gebilligt.
Eine Entscheidung des Landkreises steht jedoch noch aus.
Angela Hanschke |