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 14.04.2008
 
Döberns Schulgelände wird zum Schmuckkästchen
 
«Ich mache doch nur das, was Millionen Menschen auch tun – nämlich arbeiten»
 

Foto: Angela Hanschke
meinte Jürgen Kanter aus Döbern. Der 57-Jährige ist seit dem 1. September 2007 über das Programm «Arbeit statt Grundsicherung (ASG)» des Maßnahmeträgers BQS Döbern als Hausmeistergehilfe in der Mosaikgrundschule Döbern beschäftigt. Die Maßnahme wird vom Eigenbetrieb für Grundsicherung des Landkreises gefördert und wurde bis zum 31. August 2008 verlängert. Die Anwohner des nahen Kirchweges haben in den zurückliegenden Monaten Kanters tatkräftigen Einsatz auf dem Schulgelände beobachtet. «Alle freuen sich darüber,
 

«Warum bekommt so ein guter Mitarbeiter nicht die Chance, dauerhaft in Arbeit zu kommen» , fragte sie. «Jürgen Kanter hat in kurzer Zeit das Schulgelände und die dazugehörigen Außenanlagen in ein richtiges Schmuckkästchen verwandelt» , erklärte die 73-jährige Helga Pruskel. Die Anlieger könnten täglich die Fortschritte seiner Arbeit bewundern, ergänze Anwohnerin Carmen Besser (43). Auch der 65-jährige Wilfried Krüger aus dem Kirchweg bewundert den Fleiß des Hausmeistergehilfen auf Zeit. Es sei eine Frage der Einstellung zur Arbeit, meinte er. «Ich habe ihn bisher nur arbeitend gesehen» , stellte auch die Lehrerin der Mosaikgrundschule Anita Schreiber aus Spremberg fest. Das Engagement des Döberners sei einfach vorbildlich. Seine Arbeit suche ers sich selbständig.

«Er müsste eigentlich eine Festanstellung erhalten, das würde ich ihm wünschen» , meinte sie. Jürgen Kanter selbst, der nach jahrzehntelanger Arbeit in der Forstwirtschaft arbeitslos wurde, kann das Aufheben um seine Person nicht verstehen. «Für mich ist es das größte Lob, wenn sogar die Schulkinder auf mich zukommen und sich über die Veränderungen freuen» , meinte er bescheiden. Hier könne er sich beweisen. «Viele Eltern haben mich bereits angesprochen. Das ist Lob genug» , sagt er und blickt beim Laubharken kaum von der Arbeit auf. Doch auch nach seiner Arbeit hat Jürgen Kanter ein Herz für die Jugend seines Heimatortes.

Seit 31 Jahren ist er in seiner Freizeit ehrenamtlich als Fußball-Übungsleiter der D-Jugend tätig und achtet seit acht Jahren als Platzwart auf einen gepflegten Sportplatz. «Immer, wenn ich es einrichten kann, bin ich nachmittags dort» , so das langjährige Mitglied des SV Döbern. Und wenn das Training der Zehn- bis Elf-Jährigen ansteht, ist er bereits eine halbe Stunde vorher auf dem Platz, um nach dem Rechten zu sehen, hört sich nach dem Training oft als Kummerkasten geduldig und verständnisvoll die Sorgen der heranwachsenden Döberner Kicker an. Für den unermüdlichen Jürgen Kanter hat der SV Döbern nach Auskunft von Vorstandsmitglied Jürg Rakete beim Landkreis Spree-Neiße eine Kommunal-Kombilohn-Stelle beantragt. Das haben auch die Döberner Stadtverordneten einstimmig gebilligt. Eine Entscheidung des Landkreises steht jedoch noch aus.

Angela Hanschke

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