
Foto: Frank Muscheid
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Rund
ein Hektar Anregungen finden die Besucher jährlich bei den
Führungen mit Carola Lorenz (l.) im Umwelt- und Lehrgarten
Eichwege. Viele haben selbst dort gearbeitet.
Das machte Carola Lorenz vom Management der Qualifizierungs-, Beschäftigungs-
und Strukturfördergesellschaft Döbern (BQS) gestern deutlich.
Sie führte zum Saisonstart des Umwelt- und Lehrgartens Döbern-Eichwege
über das ein Hektar große Areal.
«Die Thematik in diesem Jahr ist ,Der bequeme Garten‘»
, erläuterte Carola Lorenz. «Wir haben aus Guinea die
Idee der Hoch- und Hügelbeete
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Sie sind bequem für Rücken und Knie zu bepflanzen.»
Hinzu käme eine 25 Prozent größere Anbaufläche
wegen der Schrägen an den Hochbeeten, höhere Erträge,
weil der Kompost kompakter anlagern könne und nicht weggespült
werde – und weil unter den Hoch- und Hügelbeeten engmaschiger
Draht dafür sorge, dass Schädlinge wie Wühlmäuse
oder Maulwürfe nicht an die Pflanzen herankämen. Weitere
Schwerpunkte sind Gurken- und Kartoffelanbau. Die Kartoffeln werden
auf eine Wiese gelegt und mit Heu und Stroh bedeckt. Erstmals sei
gelungen, Artischocken mit einer Laubschicht über den Winter
zu bringen – ein Versuch, sagte die BQS-Mitarbeiterin, der
wahrscheinlich durch den milden Winter geglückt sei.
Als Neuheit für das Auge greift Carola Lorenz eine Pflanzleiter
aus Holz heraus: In einem Kegel daran sollen rote Wicken blühen,
darunter japanischer Jasmin. Im August sei das Ergebnis der Mühen
– ab November ein Jahr lang täglich sechs Stunden –
in voller Pracht zu bewundern. Neu war auch der kleine Markt. «Der
Umwelt- und Lehrgarten ist auch ein Kommunikationsbereich. Daher
wollten wir den regionalen Händlern diese Möglichkeit
geben» , sagte Carola Lorenz. Ein Rundgang, vorbei am neuen
Insektenhotel, das Unterschlupfmöglichkeiten in angebohrten
Stämmen, Halmen oder Tannenzapfen bietet, vorbei an Streuobstwiese
oder Mini-Rosengarten, regt den Appetit an. So griffen die Gäste
in der Laube bei Kräuterquark- und Butter, Kartoffel-Kohlrabi-
und Beinwellsuppe zu. «Beinwell ist sehr schmackhaft in der
Suppe, aber auch Heilkraut» , kommentierte Carola Lorenz den
Schmaus.
Eine Frage kam immer wieder auf: «Was lässt ich gegen
die Schneckenplage tun?» «In einer halben Stunde haben
wir oft einen Wassereimer voll abgesammelt» , sagte Günter
Konzack (49) aus Döbern zur morgendlichen Kontrollrunde. 2004/2005
in einer Fördermaßnahme tätig, hilft er jetzt ehrenamtlich
und kümmert sich um Rasenmäher und Freischneider. «Eberaute
in die Beete pflanzen» , weiß Carola Lorenz ein Mittel
gegen Schnecken. Allerdings sei der Geruch des Krautes nicht jedermanns
Sache.
Ihr bereitet die abnehmende Mitarbeiterzahl Sorgen: «Man muss
schon schauen, was wichtig ist» , sagte sie mit Blick auf
einen Hektar Garten. Auch Christiane Jäger (28) aus Döbern,
ehrenamtliche Helferin, sagte: «Es ist knapp. Zwei, drei Menschen
mehr wären nicht schlecht.»
Die Mühe lohnt, so die Gäste. «Der Garten ist picobello
in Ordnung» , sagte Renate Jäkel (69) aus Forst. Ihr
Mann und sie wüssten, wie viel Mühe das mache. «Die
Hochbeete sind ganz große Klasse» , sagte sie. «Die
werde ich mal ausprobieren» , sagte auch Elvi Schoeder (67)
aus Eichwege, die Blumen liebe. «Da brauche ich mich nicht
zu bücken.» Die übrigen Gäste waren sich mit
ihr einig: Die Förderung des Umwelt- und Lehrgartens solle
noch viele Jahre weiterlaufen.
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