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 21.06.2007
 
Neue Hügel- und Hochbeete / Debüt: Artischocken durch den Winter gebracht

Lehrgarten Eichwege eröffnet Saison mit gehobener Gartenkunst
 
Eichwege. Es gibt so einiges, auf das die derzeit fünf Mitarbeiter in der Fördermaßnahme «Arbeit statt Grundsicherung» stolz sein können.
 

Foto: Frank Muscheid
 
Rund ein Hektar Anregungen finden die Besucher jährlich bei den Führungen mit Carola Lorenz (l.) im Umwelt- und Lehrgarten Eichwege. Viele haben selbst dort gearbeitet.

Das machte Carola Lorenz vom Management der Qualifizierungs-, Beschäftigungs- und Strukturfördergesellschaft Döbern (BQS) gestern deutlich. Sie führte zum Saisonstart des Umwelt- und Lehrgartens Döbern-Eichwege über das ein Hektar große Areal.

«Die Thematik in diesem Jahr ist ,Der bequeme Garten‘» , erläuterte Carola Lorenz. «Wir haben aus Guinea die Idee der Hoch- und Hügelbeete
 

aufgegriffen. Sie sind bequem für Rücken und Knie zu bepflanzen.» Hinzu käme eine 25 Prozent größere Anbaufläche wegen der Schrägen an den Hochbeeten, höhere Erträge, weil der Kompost kompakter anlagern könne und nicht weggespült werde – und weil unter den Hoch- und Hügelbeeten engmaschiger Draht dafür sorge, dass Schädlinge wie Wühlmäuse oder Maulwürfe nicht an die Pflanzen herankämen. Weitere Schwerpunkte sind Gurken- und Kartoffelanbau. Die Kartoffeln werden auf eine Wiese gelegt und mit Heu und Stroh bedeckt. Erstmals sei gelungen, Artischocken mit einer Laubschicht über den Winter zu bringen – ein Versuch, sagte die BQS-Mitarbeiterin, der wahrscheinlich durch den milden Winter geglückt sei.

Als Neuheit für das Auge greift Carola Lorenz eine Pflanzleiter aus Holz heraus: In einem Kegel daran sollen rote Wicken blühen, darunter japanischer Jasmin. Im August sei das Ergebnis der Mühen – ab November ein Jahr lang täglich sechs Stunden – in voller Pracht zu bewundern. Neu war auch der kleine Markt. «Der Umwelt- und Lehrgarten ist auch ein Kommunikationsbereich. Daher wollten wir den regionalen Händlern diese Möglichkeit geben» , sagte Carola Lorenz. Ein Rundgang, vorbei am neuen Insektenhotel, das Unterschlupfmöglichkeiten in angebohrten Stämmen, Halmen oder Tannenzapfen bietet, vorbei an Streuobstwiese oder Mini-Rosengarten, regt den Appetit an. So griffen die Gäste in der Laube bei Kräuterquark- und Butter, Kartoffel-Kohlrabi- und Beinwellsuppe zu. «Beinwell ist sehr schmackhaft in der Suppe, aber auch Heilkraut» , kommentierte Carola Lorenz den Schmaus.

Eine Frage kam immer wieder auf: «Was lässt ich gegen die Schneckenplage tun?» «In einer halben Stunde haben wir oft einen Wassereimer voll abgesammelt» , sagte Günter Konzack (49) aus Döbern zur morgendlichen Kontrollrunde. 2004/2005 in einer Fördermaßnahme tätig, hilft er jetzt ehrenamtlich und kümmert sich um Rasenmäher und Freischneider. «Eberaute in die Beete pflanzen» , weiß Carola Lorenz ein Mittel gegen Schnecken. Allerdings sei der Geruch des Krautes nicht jedermanns Sache.

Ihr bereitet die abnehmende Mitarbeiterzahl Sorgen: «Man muss schon schauen, was wichtig ist» , sagte sie mit Blick auf einen Hektar Garten. Auch Christiane Jäger (28) aus Döbern, ehrenamtliche Helferin, sagte: «Es ist knapp. Zwei, drei Menschen mehr wären nicht schlecht.»
Die Mühe lohnt, so die Gäste. «Der Garten ist picobello in Ordnung» , sagte Renate Jäkel (69) aus Forst. Ihr Mann und sie wüssten, wie viel Mühe das mache. «Die Hochbeete sind ganz große Klasse» , sagte sie. «Die werde ich mal ausprobieren» , sagte auch Elvi Schoeder (67) aus Eichwege, die Blumen liebe. «Da brauche ich mich nicht zu bücken.» Die übrigen Gäste waren sich mit ihr einig: Die Förderung des Umwelt- und Lehrgartens solle noch viele Jahre weiterlaufen.

fm

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