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23.07.2010
 
Nixe räkelt sich wieder im Euloer Bruch
 
Das Euloer Bruch hat seine Nixe wieder. Ebenso wie die berühmte Kleine Meerjungfrau in Kopenhagen war die Euloer Skulptur das Markenzeichen für das Gebiet um das Nixenwehr im Euloer Bruch.


Foto: Angela Hanschke
Jan und Günter Treumann haben mit der Rekonstruktion der Nixe im Euloer Bruch künstlerische Spuren hinterlassen.

Die berühmte Verwandte in Kopenhagen schaut verträumt auf die Hafenbucht, die kleine Nixe in Eulo räkelte sich einst mit Blick auf die Malxe. Beide hatten in der Vergangenheit unter besonders rabiaten Verehrern zu leiden. Bereits in den 1970er-Jahren büßte die Skulptur auf dem Mittelpfeiler des Euloer Wehres Kopf und Kragen ein. Lediglich der mit einem Glasmosaik verzierte Schuppenschwanz blieb erhalten.

»Schade« fanden dies die zwölf Beschäftigten der Beschäftigungs-, Qualifizierungs- und Strukturfördergesellschaft (BQS) Döbern, die ein Jahr lang innerhalb eines Projektes zur Tourismusförderung das verrostete Wehr mit einem neuen Farbanstrich versahen, die abgebröckelten Seitenteile mit Zement ausbesserten, abgesunkene

Erdränder mit Mutterboden auffüllten, Rasen ansäten und eine kleine Rabatte pflanzten. Aus dem ehemals verwilderten Gelände entstand so ein echtes Kleinod.

Einer der Beteiligten war der 28-jährige Jan Treumann aus der Waldsiedlung in Groß Schacksdorf. Auch an den Wochenenden zog es ihn oft mit Bleistift und Zeichenblock ins Euloer Bruch. »Sie haben wirklich Talent«, bescheinigte ihm beim Betrachten der Skizzenblätter Ute Paul, die Leiterin des Projekts. Schnell hatte sie ihn dafür begeistert, der Nixe ein neues Gesicht zu geben. Gemeinsam mit seinem Vater Günter Treumann (57) - von Haus aus Elektriker - fertigte der junge ausgebildete Restaurator aus Pappmachee ein Modell.

»Die sieht ja aus wie die Rosenkönigin«, stellten Kollegen angesichts einer Nixe mit kunstvoll aufgetürmtem Haar fest. An vier Wochenenden setzten Vater und Sohn bei waghalsiger Kletterarbeit in ihrer Freizeit die Vorlage um. »Besonderes Kopfzerbrechen bereite die Armhaltung«, sagte Jan Treumann. »Lange haben wir nach dem ursprünglichen Aussehen der Brückenfigur geforscht. Leider fanden wir keine brauchbaren Vorlagen«, so Ute Paul. Auch der Name des ursprünglichen Schöpfers sei bislang unbekannt.

Angeblich hat im Euloer Bruch nach 1945 einer der am Wehrbau beteiligten Bauarbeiter seine künstlerische Ader bewiesen. Die fast verblichene Inschrift »VEB I.VIII. 1966« erinnerte an eine erste Rekonstruktion.

Für die erneute Wiederherstellung 34 Jahre danach ernteten die beiden Groß Schacksdorfer lobende Worte. »Wir hatten großen Spaß bei der Arbeit«, erklärten Jan und Günter Treumann. Gern würden sie sich in ähnliche Projekte einbringen.

Zum Thema:

Zum ThemaDas Naturschutzgebiet Euloer Bruch umfasst eine Fläche von 82,4 Hektar. Das von Teichen und Röhricht umgebene Wald- und Moorgebiet liegt rund zwei Kilometer westlich von Forst-Eulo am Rand der Neißeniederung. In einem Teil des Bruchs befinden sich Fischteiche. Naturfreunde können dort Singvögel, die Rohrweihe, Fischadler, Rallen, Fischotter und Amphibien beobachten.

Angela Hanschke

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