| Erdränder
mit Mutterboden auffüllten, Rasen ansäten und eine kleine
Rabatte pflanzten. Aus dem ehemals verwilderten Gelände entstand
so ein echtes Kleinod.
Einer der Beteiligten war der 28-jährige Jan Treumann aus der
Waldsiedlung in Groß Schacksdorf. Auch an den Wochenenden
zog es ihn oft mit Bleistift und Zeichenblock ins Euloer Bruch.
»Sie haben wirklich Talent«, bescheinigte ihm beim Betrachten
der Skizzenblätter Ute Paul, die Leiterin des Projekts. Schnell
hatte sie ihn dafür begeistert, der Nixe ein neues Gesicht
zu geben. Gemeinsam mit seinem Vater Günter Treumann (57) -
von Haus aus Elektriker - fertigte der junge ausgebildete Restaurator
aus Pappmachee ein Modell.
»Die sieht ja aus wie die Rosenkönigin«, stellten
Kollegen angesichts einer Nixe mit kunstvoll aufgetürmtem Haar
fest. An vier Wochenenden setzten Vater und Sohn bei waghalsiger
Kletterarbeit in ihrer Freizeit die Vorlage um. »Besonderes
Kopfzerbrechen bereite die Armhaltung«, sagte Jan Treumann.
»Lange haben wir nach dem ursprünglichen Aussehen der
Brückenfigur geforscht. Leider fanden wir keine brauchbaren
Vorlagen«, so Ute Paul. Auch der Name des ursprünglichen
Schöpfers sei bislang unbekannt.
Angeblich hat im Euloer Bruch nach 1945 einer der am Wehrbau beteiligten
Bauarbeiter seine künstlerische Ader bewiesen. Die fast verblichene
Inschrift »VEB I.VIII. 1966« erinnerte an eine erste
Rekonstruktion.
Für die erneute Wiederherstellung 34 Jahre danach ernteten
die beiden Groß Schacksdorfer lobende Worte. »Wir hatten
großen Spaß bei der Arbeit«, erklärten Jan
und Günter Treumann. Gern würden sie sich in ähnliche
Projekte einbringen.
Zum Thema:
Zum ThemaDas Naturschutzgebiet Euloer Bruch
umfasst eine Fläche von 82,4 Hektar. Das von Teichen und Röhricht
umgebene Wald- und Moorgebiet liegt rund zwei Kilometer westlich
von Forst-Eulo am Rand der Neißeniederung. In einem Teil des
Bruchs befinden sich Fischteiche. Naturfreunde können dort
Singvögel, die Rohrweihe, Fischadler, Rallen, Fischotter und
Amphibien beobachten.
Angela Hanschke |