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umfangreicher Fördermaßnahmen für
Langzeitarbeitslose.
«Ich bin froh, hier eine Beschäftigung für ein Jahr
zu haben» , erklärt Gisela Pöschel. Seit November
vergangenen Jahres ist die 55-Jährige mit weiteren vier ABM-Kräften
hier tätig. Auch Silvia Schwarzlose freut sich über die
Chance, endlich zeigen zu können, dass sie als Ältere
noch etwas leisten kann. Und das hier etwas geleistet wird, beweisen
die gepflegten Beete, die vielen Pflanzen, die in der Sonne langsam
leckere Vitamine speichern. Gemüse, Obst und Kräuter werden
in der Gärtnerei-Küche gemeinsam mit Kindern verarbeitet.
So entstehen zum Beispiel Gemüsepizza, Kräuterbutter,
oder leckere Suppen. Das Naturgelände ist heute ein Ort, der
gern von Schulen, Vereinen, Kindergärten oder Senioreneinrichtungen
genutzt werde.
Der «Jungbrunnentee» , der aus Anlass
des Gastes aus dem Bundestag auf dem Tisch steht, und die Kräutersuppe
sollen Steffen Reiche deutlich machen, welche Ideen hier eingebracht
werden. Wichtiger für ihn war jedoch, noch mehr über die
Menschen zu erfahren, die hier ein Jahr lang für eine Stätte
der Begegnung sorgen.
BQS-Geschäftsführer Wolfgang Seeck zählte Projekte
auf, mit denen Menschen geholfen werde, neues Selbstbewusstsein
durch Beschäftigung zu finden. Die BQS GmbH Döbern wurde
im Mai 1992 als Auffanggesellschaft des Glaswerkes Döbern gegründet.
Bis zum heutigen Zeitpunkt habe sich die BQS GmbH Döbern zur
anerkannten Arbeitsförderer- und Strukturentwicklungs-gesellschaft
sowie kommunalen Dienstleister entwickelt. Der Wirkungsbereich erstrecke
sich heute über den gesamten Landkreis Spree-Neiße.
Der Umwelt- und Lehrgarten reiht sich ein in das
Angebot, einerseits Arbeitsmöglichkeiten zu bieten, die andererseits
im sozialen Bereich ihren Niederschlag finden. Weitere Projekte
sind eine Möbelbörse und eine Holzwerkstatt. Steffen Reiche
äußerte in der anschließenden Diskussions-runde,
dass er es für wichtig erachte, dass jeder Mensch, der es wolle,
auch eine Beschäftigungs-möglichkeit bekommen müsse.
Ein-Euro-Jobs oder andere Beschäftigungsmaßnahmen auf
dem zweiten Arbeitsmarkt seien aus seiner Sicht daher überaus
wichtig. «Jeder Arbeitslose sollte ein Anrecht auf einen Ein-Euro-Job
bekommen» , sind Reiches Gedanken. Er sehe darin ein Grund-recht,
kämpfe aber im Bundestag allein dafür. Wie wichtig Beschäftigung
sei, höre er immer wieder aus den Gesprächen mit Betroffenen.
Auch in dieser Runde gibt es zustimmendes Nicken. Klaus Kopitze,
44-jähriger gelernter Schlosser, habe sich mit der Gartenarbeit
identifiziert. Er komme gern hierher. Mit der Gartenarbeit habe
er sich arrangiert. Neue Hochbeete sind zum Beispiel mit seiner
Hilfe entstanden, der Rasen wird regelmäßig gemäht,
und sein handwerklicher Rat ist bei den den Kolleginnen immer gern
willkommen.
Wenn am 20. Juni im Umwelt- und Lehrgarten in der
Dubrauker Straße im Ortsteil Eichwege der «Tag der offenen
Tür» stattfindet, werden wieder viele Besucher erwartet,
wie Carola Lorenz erklärt. Dabei gäbe es wieder viele
Überraschungen, aber auch Ratschläge rund um die Garten-arbeit.
Für Steffen Reiche stand zum Abschied fest: Hier sind Fördergelder
gut angelegt. Mit einer Einladung zu einem Besuch im Bundestag verabschiedete
er sich.
Adelheid Floß |