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 30.05.2007
 
Jungbrunnentee und Kräutersuppe mit Perspektive

«ABM-Kräfte zeigen Besuch aus dem Bundestag die Ernte des Umwelt- und Lehrgartens Döbern-Eichwege»
 
Döbern-Eichwege. Im Umwelt- und Lehrgarten der Beschäftigungs-, Qualifizierungs- und Strukturfördergesellschaft Döbern (BQS) konnte sich gestern Bundestags-abgeordneter Steffen Reiche (SPD) ein Bild davon machen, mit welchem Engagement sich hier Gärtnerinnen und Gärtner auf Zeit für die Natur einsetzen.
 

Foto: Adelheid Floß
Steffen Reiche, SPD-Bundestagsabgeordneter, während des Rundgangs im Umwelt- und Lehrgarten der Beschäftigungs-, Qualifizierungs- und Strukturfördergesellschaft (BQS) Döbern-Eichwege. Ein ungewöhnliches Kartoffelfeld ist hier zu finden. Auf einer Wiese liegen unter Strohballen die Keimlinge.

Das Gelände der ehemaligen Gärtnerei der Agrargenossenschaft Preschen verwandelte sich 1994 in einen Ort der Begegnung mit Hilfe

umfangreicher Fördermaßnahmen für Langzeitarbeitslose.
«Ich bin froh, hier eine Beschäftigung für ein Jahr zu haben» , erklärt Gisela Pöschel. Seit November vergangenen Jahres ist die 55-Jährige mit weiteren vier ABM-Kräften hier tätig. Auch Silvia Schwarzlose freut sich über die Chance, endlich zeigen zu können, dass sie als Ältere noch etwas leisten kann. Und das hier etwas geleistet wird, beweisen die gepflegten Beete, die vielen Pflanzen, die in der Sonne langsam leckere Vitamine speichern. Gemüse, Obst und Kräuter werden in der Gärtnerei-Küche gemeinsam mit Kindern verarbeitet. So entstehen zum Beispiel Gemüsepizza, Kräuterbutter, oder leckere Suppen. Das Naturgelände ist heute ein Ort, der gern von Schulen, Vereinen, Kindergärten oder Senioreneinrichtungen genutzt werde.

Der «Jungbrunnentee» , der aus Anlass des Gastes aus dem Bundestag auf dem Tisch steht, und die Kräutersuppe sollen Steffen Reiche deutlich machen, welche Ideen hier eingebracht werden. Wichtiger für ihn war jedoch, noch mehr über die Menschen zu erfahren, die hier ein Jahr lang für eine Stätte der Begegnung sorgen.
BQS-Geschäftsführer Wolfgang Seeck zählte Projekte auf, mit denen Menschen geholfen werde, neues Selbstbewusstsein durch Beschäftigung zu finden. Die BQS GmbH Döbern wurde im Mai 1992 als Auffanggesellschaft des Glaswerkes Döbern gegründet. Bis zum heutigen Zeitpunkt habe sich die BQS GmbH Döbern zur anerkannten Arbeitsförderer- und Strukturentwicklungs-gesellschaft sowie kommunalen Dienstleister entwickelt. Der Wirkungsbereich erstrecke sich heute über den gesamten Landkreis Spree-Neiße.

Der Umwelt- und Lehrgarten reiht sich ein in das Angebot, einerseits Arbeitsmöglichkeiten zu bieten, die andererseits im sozialen Bereich ihren Niederschlag finden. Weitere Projekte sind eine Möbelbörse und eine Holzwerkstatt. Steffen Reiche äußerte in der anschließenden Diskussions-runde, dass er es für wichtig erachte, dass jeder Mensch, der es wolle, auch eine Beschäftigungs-möglichkeit bekommen müsse. Ein-Euro-Jobs oder andere Beschäftigungsmaßnahmen auf dem zweiten Arbeitsmarkt seien aus seiner Sicht daher überaus wichtig. «Jeder Arbeitslose sollte ein Anrecht auf einen Ein-Euro-Job bekommen» , sind Reiches Gedanken. Er sehe darin ein Grund-recht, kämpfe aber im Bundestag allein dafür. Wie wichtig Beschäftigung sei, höre er immer wieder aus den Gesprächen mit Betroffenen.

Auch in dieser Runde gibt es zustimmendes Nicken. Klaus Kopitze, 44-jähriger gelernter Schlosser, habe sich mit der Gartenarbeit identifiziert. Er komme gern hierher. Mit der Gartenarbeit habe er sich arrangiert. Neue Hochbeete sind zum Beispiel mit seiner Hilfe entstanden, der Rasen wird regelmäßig gemäht, und sein handwerklicher Rat ist bei den den Kolleginnen immer gern willkommen.

Wenn am 20. Juni im Umwelt- und Lehrgarten in der Dubrauker Straße im Ortsteil Eichwege der «Tag der offenen Tür» stattfindet, werden wieder viele Besucher erwartet, wie Carola Lorenz erklärt. Dabei gäbe es wieder viele Überraschungen, aber auch Ratschläge rund um die Garten-arbeit. Für Steffen Reiche stand zum Abschied fest: Hier sind Fördergelder gut angelegt. Mit einer Einladung zu einem Besuch im Bundestag verabschiedete er sich.

Adelheid Floß

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